Ein möglicher Gewinn, eine Bekannte, die Hilfe benötigt oder eine E-Mail eines vermeintlichen Freundes, der Ferienfotos teilen möchte: Die Maschen der Betrüger sind vielfältig und oft nicht auf den ersten Blick als solche zu erkennen. Darum ist es wichtig, gewisse Dinge zu wissen sowie vorbereitet und aufmerksam zu sein.

Was ist überhaupt Betrug?

Das Gesetz spricht von Betrug, wenn jemand mit Absicht sich selbst oder eine andere Person unrechtmässig bereichert, jemanden durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt oder ihn in einem Irrtum arglistig bestärkt und so den Irrenden zu einem Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen andern am Vermögen schädigt. Diese Beschreibung gilt für die verschiedensten Arten von Betrug, also sowohl auf der Strasse, an der Haustüre, per Post, am Telefon aber auch im Internet oder per E-Mail.

Woran können Sie einen Betrug erkennen?

Es gibt gewisse Merkmale, an denen man einen Betrug erkennen kann. Eine allgemein gültige Regel zum Erkennen gibt es aber nicht, da die Betrüger eine unglaublich grosse Kreativität haben und sie ihre Vorgehensweise ständig ändern. Oft stehen auch nicht Einzelpersonen dahinter, sondern ganze Firmen. Doch es gibt gewisse Anzeichen, an denen Sie einen Betrug bemerken können:

  • Verunsicherung: Betrüger versuchen, ihre Opfer zu verunsichern, sie in die Irre zu führen und mit Suggestivfragen zu überzeugen. Sind Sie unsicher, verlangen Sie Bedenkzeit und eine Nummer zum Zurückrufen. Meist hat es sich damit schon erledigt und Sie bekommen weder eine Nummer, noch hören Sie ein weiteres Mal etwas. Sprechen Sie mit Bekannten oder Verwandten darüber und klären Sie den Sachverhalt ab. Damit erhalten Sie Sicherheit, falls Sie doch nochmals kontaktiert werden sollten.
  • Zeitdruck: Viele der Betrüger setzen ihre Opfer unter Druck. Wenn Sie ein Angebot mit einem kurzen Zeitlimit erhalten oder sehen, müssen die Alarmglocken läuten. Sagen Sie nie zu, bevor Sie das Angebot nicht genau verstanden und gegebenenfalls mit anderen verglichen haben. Gleiches gilt, wenn Sie jemand kontaktiert (ev. noch sagt, dass sie oder er entfernt verwandt ist) und unbedingt Ihre Hilfe benötigt, weil sonst der Kredit platzt oder die Person nicht ins Krankenhaus kann und ev. stirbt. Die Betrüger versuchen, Ihnen ein schlechtes Gewissen zu machen. Gehen Sie in einem solchen Fall auch nie direkt zur Bank, um Geld abzuheben und es zu übergeben. Nehmen Sie zuerst mit jemandem in der Familie oder im Bekanntenkreis Rücksprache oder machen Sie bei der Polizei Meldung.
  • Grosse Gewinnaussichten: Lassen Sie sich von grossen Renditen nicht in die Irre führen. Denn Geld verdient man nicht im Schlaf. Klingt ein Angebot zu gut, um wahr zu sein, ist äusserste Vorsicht geboten, auch wenn Bilder und Statements von Personen aufgeführt sind, die von ihren Gewinnen schwärmen.
  • Promis als Lockvögel: Ob Roger Federer oder DJ Bobo – oft werden Prominente ohne deren Wissen für Betrügereien missbraucht. Die Betrüger gaukeln der Leserschaft damit Vertrauen in ihre Machenschaften vor.
  • Falsche Internet- oder Mailadressen: Prüfen Sie die Internet- bzw. Mailadresse, gerade wenn eine bekannte Person oder Firma ein Angebot macht. Kommt es direkt von der Firma, ist der Name auch gut erkennbar. Ist die Adresse extrem kompliziert, kommt sie nicht aus dem Land, in dem die Firma oder die Person den Sitz hat, bzw. wohnt, seien Sie vorsichtig. Löschen Sie die E-Mail, drücken Sie auf keinen Fall auf einen Link und geben Sie nie irgendwelche persönliche Angaben oder banktechnische Informationen weiter, wenn Sie den Absender nicht hundertprozentig kennen.

Was tun, wenn man auf einen Betrüger reingefallen ist?

Falls Sie Opfer geworden sind: Versuchen Sie sofort, die Kreditkartentransaktion beim Kartenanbieter oder bei Ihrer Bank zu sperren. Ändern Sie Ihre Passwörter. Brechen Sie den Kontakt mit dem Anbieter ab und erstatten Sie Strafanzeige bei der zuständigen Kantonspolizei. Auch wenn es schwerfällt: Haben Sie keine falsche Scham! Sie sind nicht die einzige Person, der so etwas passiert. Mit Ihrer Meldung schützen Sie auch andere!